Wir schreiben das Jahr 1976. Punk verändert die Welt.Atomare Aufrüstung und Kalter Krieg sind die weltpolitischen Koordinaten, es knirscht an allen Ecken und Enden. In Großbritannien herrscht eine...
Mehr lesen
Weniger lesen
Wir schreiben das Jahr 1976. Punk verändert die Welt.
Atomare Aufrüstung und Kalter Krieg sind die weltpolitischen Koordinaten, es knirscht an allen Ecken und Enden. In Großbritannien herrscht eine gravierende ökonomische Unzufriedenheit. Die Arbeitslosigkeit ist verheerend, die Inflation hoch, Streiks legen das tägliche Leben lahm. Neue Perspektiven fehlen, für Studierende, für Arbeiter und Arbeiterinnen, für die Jugend.
Eine Kluft, in die sich Strömungen wie die National Front ergießen, gleichzeitig gärt eine kulturelle und gesellschaftliche Aufbruchsstimmung. Es brodelt in den Jugendclubs, es bilden sich erste Subkultur-Szenen, ein aufrüttelnder Mix aus Protest und Provokation ist die Grundlage. In Kombination mit einer ausgeprägten Abneigung gegen die bestehende Ordnung, wider das Establishment, die Hochkultur, aber auch gegen die ausgedienten Rock-Dinos. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann diese explosive Mischung zum nächsten großen Knall führt.
Punk wird zum Fanal des Widerstands. Alte Zöpfe werden abgeschnitten, die Haare fortan bunt, schräg und stachelig getragen.
Es braucht eine neue Musik, neue Lieder, neue Botschaften, modern, weltverändernd, aufrüttelnd. Es ist der perfekte Zeitpunkt für einen radikal neuen Sound. Bands schießen wie Pilze aus dem Boden, verbunden im Glauben an die Kraft einer waghalsigen Idee:
The Damned, Sex Pistols, Buzzcocks, The Clash, X-Ray-Spex, London SS, Spitfire Boys, The Slits, Wire, Penetration, The Fall, XTC, Siouxsie & The Banshees, Joy Division, Adverts, Eater, Gang Of Four, Chelsea, The Outcasts, Rudi, The Undertones, The Cure, Generation X, The Boys, Stiff Little Fingers, Rudi, 999, Lurkers, Subway Sect, Adam & The Ants, Ian Dury & The Blockheads und hunderte mehr – das sind die Bands, die für den Soundtrack der Stunde sorgen und auch ein halbes Jahrhundert danach nichts von ihrer Faszination verloren haben. Von Anfang an ist Punk dabei eine Bewegung, in der sich auch Frauen ermächtigen, dem Rock-Machismo etwas entgegensetzen und auf die Bühne treten: Penetration, The Raincoats, X-Ray Spex, The Slits, Young Marble Giants, Siouxsie.
Vorhang auf für 1977 – Punk explodiert endgültig, ist in aller Munde. Die Jugend tanzt zum Herzschlag der besten Musik, wegweisende Debütalben erscheinen.
A LIFE WITHOUT PUNK widmet sich diesen prägenden Jahren, bringt Protagonistinnen und Protagonisten aus England und Deutschland zusammen, um das Phänomen Punk und Neue Musik zu reflektieren, zu feiern und fortzusetzen. Die Veranstaltungsreihe tourt mit wechselnden Ensembles durch sechs deutsche Städte und macht nicht selten auch an Schauplätzen von damals halt, um dort zu abwechslungsreichen Abenden einzuladen! Freut euch auf besondere Gäste, eine pop-up Foto-Ausstellungvon Sabine Schwabroh & Projektionen von Christian Baumjohann, Archiv B.