Wie er das wohl findet, wenn die Gazetten schreiben, Max Goldt nehme „eine Außenseiterposition im Mainstream-Diskurs“ ein und melde sich zurück „in der Champions League der humoristischen Literatur“?...
Mehr lesen
Weniger lesen
Wie er das wohl findet, wenn die Gazetten schreiben, Max Goldt nehme „eine Außenseiterposition im Mainstream-Diskurs“ ein und melde sich zurück „in der Champions League der humoristischen Literatur“? Vermutlich sortiert er derlei Komplimente gleich in die Abteilung „Phrasengerümpel“ oder „Floskeln-Scheusale“ ein und lässt sie dort verwesen.
Der Mann ist bessere Metaphern gewöhnt, die eigenen zum Beispiel. Und jedenfalls gehört der Sprachgebrauch der Medien zu den Erscheinungen, die er gerne auf die spitze Feder spießt. So auch in seinem neuesten Werk mit dem schönen Titel „Aber?“
Selbstredend ist der Titel des Buches nur durch die Lektüre des betreffenden Textes zu enträtseln. Eine ganze Welt lauert hinter diesem Fragezeichen.
Für diejenigen, die bisher noch nicht zur Kultgemeinde des Maître de Plaisir gehören, gibt es übrigens auch eine Handreichung über die feinen Unterschiede zwischen Witz, Komik und Humor, die der Meister stets im Auge hat. Überdies kann man köstliche Betrachtungen über den Frauenfußball, Homo-Ehen, Lesereisen und schlechte Manieren lesen. Ansonsten gilt, was ein Rezensent der „Welt“ über das Bändchen schrieb: „In diesem Buch ist alles Goldt, was glänzt.“
Lesung mit Gespräch
Foto: Andreas Rost