Bestimmte ‚frühe Werke‘ tragen eine besondere Energie: Sie bewahren den Moment ihrer radikalen Erfindung. In GLA55 wendet sich Anne Teresa De Keersmaeker erstmals den Anfängen von Philip Glass zu –...
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Bestimmte ‚frühe Werke‘ tragen eine besondere Energie: Sie bewahren den Moment ihrer radikalen Erfindung. In GLA55 wendet sich Anne Teresa De Keersmaeker erstmals den Anfängen von Philip Glass zu – vier minimalistischen Kompositionen aus den Jahren 1969-70, geprägt vom Einfluss des indischen Sitarspielers und Komponisten Ravi Shankar und einer neuen Idee musikalischen Flusses jenseits fester Takte. Aus repetitiven Miniaturen entsteht ein tranceartiger, zugleich präziser und unvorhersehbarer Strom. Kreise, Spiralen, Ellipsen und die Lemniskate ∞ werden zu choreografischen Leitfiguren eines Stücks, das Bewegung als fortwährende Verwandlung begreift. Rosas bringt dafür sechs virtuose Tänzer*innen auf die Bühne, die in Kollaboration mit der Musik der Ensembles Ictus und Bl!ndman eine körperliche Praxis suchen, die alle Taktstriche auflöst.