Claudio Monteverdis „Marienvesper“ von 1610 markiert in der Musik den Übergang von der Renaissance in das Barockzeitalter, der durch ihn in Italien maßgeblich eingeleitet wurde. Die Sammlung von groß...
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Claudio Monteverdis „Marienvesper“ von 1610 markiert in der Musik den Übergang von der Renaissance in das Barockzeitalter, der durch ihn in Italien maßgeblich eingeleitet wurde. Die Sammlung von groß besetzten prunkvollen Psalmkompositionen und intimen Solo-Konzerten führt noch einmal die bis dahin vorherrschende Vokal-Polyphonie zu später Blüte und bahnt zugleich einer neuen, ausdrucksbetonten solistischen Musizierform den Weg, die er bereits in seiner Oper „L’Orfeo“ (1607) erprobt hatte. Mit dieser hatte er die neue Gattung des Musiktheaters begründet. Während in Hamburg um diese Zeit die Reformation fest etabliert ist und Europa am Rande des 30-jährigen Krieges steht, herrscht in Rom mit Papst Paul V., dem Monteverdis Werk gewidmet ist, ein Papst der Gegenreformation. Diese Zeit kultureller Umbrüche spiegelt sich in Monteverdis Musik in exemplarischer Weise wider.