Die Wohnung versinkt im Chaos, die Welt geht mal wieder unter – und Lennart Schilgen macht … nichts! Na gut – Fast nichts. Er macht sich zum Beispiel sehr viele Gedanken über all die Dinge, die er...
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Die Wohnung versinkt im Chaos, die Welt geht mal wieder unter – und Lennart Schilgen macht … nichts! Na gut – Fast nichts. Er macht sich zum Beispiel sehr viele Gedanken über all die Dinge, die er nicht macht. Dass sowas „unproduktiv“ sei, haben bei Feldmaus Frederick auch erst alle gesagt – und plötzlich: Bäm! Sonnenstrahlen, Farben, Worte! Oder eben in Schilgens Fall: Fein geschliffene Lieder über die Schleifen und Kreisläufe in denen wir uns alle bewegen.
Der Berliner Liedermacher, der unter anderem mit seiner „Reinhard Mey-Parodie zum Niederknien“ (Mannheimer Morgen) und der doppelbödigen Mitsing-Hymne „Dafür hab ich ein Leben“ Social Media erobert hat, bleibt auch in seinem vierten Programm ein Meister der Zwischentöne und Widersprüche: Mal verwandelt er sein gesammeltes Unvermögen in Self-Empowerment, mal simon-and-garfunkelt er sich staunend durch den Zauber eines Wutanfalls.
Wie immer mit dabei: der Schalk im Nacken. Die Metaebene. Und Gedichte, die phonetisch so ungestüm durch die Sprache pflügen, dass man sich verzückt jedwedem Unsinn hingibt – vom unrasierten Tiger bis zur masochistischen Fichte. Auf radioeins beliefert er inzwischen als „Verseflüsterer“ unermüdlich seine eigene Lyrik-Kolumne – wenn es also heißt: „Lennart Schilgen macht nichts!“, meint das: genug davon, um einen ganzen Abend zu füllen. Ist das nichts? Na und ob!