In der europäischen Kunstmusik gab es seit ihren Anfängen vor allem ein Ideal: die menschliche Stimme. Auch in der Instrumentalmusik galt es lange, dem Gesang nachzueifern und ihn zu imitieren. In...
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In der europäischen Kunstmusik gab es seit ihren Anfängen vor allem ein Ideal: die menschliche Stimme. Auch in der Instrumentalmusik galt es lange, dem Gesang nachzueifern und ihn zu imitieren. In diesem Programm geht es um die allmähliche Emanzipation der Musik für Tasteninstrumente von ihrem Vorbild, aber auch darum, wie sie trotz allem Eigensinn ihrem Idol stets die Treue hielt.
Als Instrument für dieses Programm wählt der virtuose Tastenmusiker Andreas Gilger eine Kopie eines Oktavvirginals, das etwa im Jahr 1530 in Neapel gebaut wurde. Viele offene Fragen bestehen zu diesem Instrument. Wer hat es gebaut? Wem hatte es gehört? Und was wurde auf diesem zierlichen Instrument, das eine Oktave höher als ein gewöhnliches Cembalo klingt, überhaupt musiziert? Definitive Antworten werden uns wahrscheinlich verwehrt bleiben, doch eines ist klar: Am schönsten klingt dieses Kleinod, wenn es singen darf.