Zwischen Trance, Groove und KlangexplosionDer in Trondheim lebende norwegische Multiinstrumentalist NICOLAS LEIRTRØ zählt zu den spannendsten Stimmen der jungen skandinavischen Jazzszene. Seit fast...
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Zwischen Trance, Groove und Klangexplosion
Der in Trondheim lebende norwegische Multiinstrumentalist NICOLAS LEIRTRØ zählt zu den spannendsten Stimmen der jungen skandinavischen Jazzszene. Seit fast einem Jahrzehnt bewegt er sich mühelos zwischen Post-Bop, Progressive Rock und freier Improvisation – als Baritongitarrist bei I Like To Sleep und dem Teip Trio, als Kontrabassist im Quintett der Saxofonistin Amalie Dahl sowie in zahlreichen weiteren Projekten. Mit ACTION NOW! stellt Leirtrø nun sein bislang ambitioniertestes Ensemble vor.
Der Name des Quartetts verweist auf "Action Jazz", das legendäre Album von The Thing, und damit auf eine der prägenden Formationen des nordischen Free Jazz. Zugleich ist ACTION NOW! eine Hommage an Leirtrøs langjährigen Weggefährten und musikalischen Mentor Mats Gustafsson, mit dem er bereits in dessen Projekt Hidros 9 Mirrors zusammenarbeitete. Dass Gustafsson nun selbst Teil der Band ist, erscheint ebenso folgerichtig wie die Mitwirkung des britischen Organisten Kit Downes und der norwegischen Schlagzeugerin Veslemøy Narvesen, mit der Leirtrø seit Jahren in verschiedenen Formationen zusammenspielt.
Doch statt die klanggewaltigen Exzesse von The Thing oder die orchestralen Visionen des Fire! Orchestra zu kopieren, entwickelt ACTION NOW! eine eigenständige Sprache für den freien Jazz des 21. Jahrhunderts. Die Musik lebt von Geduld und Entwicklung, von kontrollierter Intensität statt permanentem Höhepunkt. Hypnotische Grooves treffen auf spirituelle Free-Jazz-Traditionen, tranceartige Wiederholungen auf offene Improvisation.
Das Zusammenspiel der vier Musiker wirkt dabei bemerkenswert organisch: Gustafssons eruptives Baritonsaxofon und sein filigranes Flötenspiel verschmelzen mit Kit Downes' schwebenden Hammond-Orgelklängen, während Leirtrøs kraftvoller Kontrabass und Narvesens präzises, zugleich farbenreiches Schlagzeug einen unwiderstehlichen Sog erzeugen. Zwischen massiven Klangwänden und feinsten Texturen, markanten Saxofonmelodien und druckvollen Orgelriffs entsteht ein Sound, der ebenso an Spiritual Jazz wie an die Energie von Deep Purple oder Tony Williams' Lifetime erinnert, kraftvoll, kompromisslos und mit einer ganz eigenen Dynamik.