Silvia Federici beschreibt, dass es vor der Ära der Hexenverfolgung in weiten Teilen Europas ein anderes Verständnis von Land, Gemeinschaft, Ahnenlinien, Besitz und Boden gab. Gemeinschaftliche...
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Silvia Federici beschreibt, dass es vor der Ära der Hexenverfolgung in weiten Teilen Europas ein anderes Verständnis von Land, Gemeinschaft, Ahnenlinien, Besitz und Boden gab. Gemeinschaftliche Strukturen und geteiltes Land prägten das soziale Gefüge. Boden wurde nicht als reine private Ressource betrachtet, sondern als kommunale Verantwortung und geteiltes Gut einer Gemeinschaft. Die europäische Hexenverfolgung kann als ein Startschuss für eine Ära der Gewalt, Expansion und Verdrängung interpretiert werden.
BODEN arbeitet diese geschichtlichen Verkettungen auf und thematisiert die Konstruktion einer deutschen Nation, den damit einhergehenden Nationalstolz sowie die Erfindung einer abgegrenzten, nicht-deutschen, nicht-weißen Einheit, der das Recht auf eine Existenz auf deutschem Boden abgesprochen wird. Aus einer Schwarzen, deutschen Perspektive, begegnen die Künstlerinnen Sophie Yukiko und ZOE diesen Themen indem sie sich durch Voguing – einer Tanzform der queeren Ballroom Subkultur – dem Archetypen der Hexe annehmen.