EXPORT I | Musik der protestantischen Diaspora um 165016.00 Uhr | Auf ein Wort… mit Prof. Dr. Silke LeopoldEinstimmung auf das Konzert "Unterwegs: Schütz‘ Exequien in der Zips"Im 17. Jahrhundert war...
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EXPORT I | Musik der protestantischen Diaspora um 1650
16.00 Uhr | Auf ein Wort… mit Prof. Dr. Silke Leopold
Einstimmung auf das Konzert "Unterwegs: Schütz‘ Exequien in der Zips"
Im 17. Jahrhundert war die Zipser Region ein kulturreicher Transitraum: zwischen dem Heiligen Römischen Reich, dem Königreich Ungarn und dem Sog der italienischen Madrigalkunst, verbunden durch lutherische Netzwerke, überregionale Handelsrouten und die stille Arbeit der Kopisten. Im slowakischen Levoča hat sich eine Tabulatur von Teilen der "Musikalischen Exequien" SWV 279-281 und der "Psalmen Davids" SWV 22-47 erhalten. Johann Schimrack (gest. 1657) eignete sich die Werke seines Dresdner Kollegen auf diese Weise an – und schrieb anschließend eigene Werke in einem verwandten Stil. Neben Schimrack rückt auch Samuel Marckfelner (1621–1674) in den europäischen Klangraum der Schütz-Zeit.
Das Ensemble Le Nuove Musiche (Bratislava) und die Capella dell'Halla (Bad Reichenhall) machen Schimracks Tabulatur zum Ausgangspunkt einer künstlerischen Erkundung. Werke der Zipser Komponisten treten in den Dialog mit Heinrich Schütz‘ "Exequien"und machen Spuren lebendiger Praxis hörbar, die im Austausch dachte und handelte.