Wien war nicht nur die Stadt der großen Namen. Johann Georg Albrechtsberger, Domkapellmeister am Stephansdom und gefürchteter Kontrapunktpädagoge Beethovens, steht exemplarisch für jene gelehrte...
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Wien war nicht nur die Stadt der großen Namen. Johann Georg Albrechtsberger, Domkapellmeister am Stephansdom und gefürchteter Kontrapunktpädagoge Beethovens, steht exemplarisch für jene gelehrte Wiener Tradition, in der handwerkliche Strenge und Eleganz durchaus kein Widerspruch waren. Seine D-Dur Partita verbindet kunstvolle Satztechnik mit Leichtigkeit.
Einige Jahrzehnte später klingt Wien weniger gelehrt, dafür umso selbstbewusster: Mit der Strauss-Dynastie wird aus höfischer Unterhaltung ein urbanes Massenphänomen. Der Walzer verlässt die aristokratischen Salons und wird zum musikalischen Spiegel einer Stadt im Umbruch. Nicht selten dient er als Fluchtmöglichkeit vor den politischen Wirren der Zeit. Johann Strauss Vater etablierte die Gattung im öffentlichen Konzertbetrieb; sein Sohn führte sie mit orchestraler Raffinesse zur Vollendung. Der Dreivierteltakt war damit endgültig keine bloße Tanzmusik mehr – er wurde Teil der Wiener Identität.
Quelle: www.albrechtsberger.eu