Elektronik, Stimme, Mundeffekte, Percussion – alles geht durch die Querflöte. Was bei Delphine Jousseins Projekt Calamity (Unruhe) erklingt, ist ein wilder Dialog zwischen Raserei und...
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Elektronik, Stimme, Mundeffekte, Percussion – alles geht durch die Querflöte. Was bei Delphine Jousseins Projekt Calamity (Unruhe) erklingt, ist ein wilder Dialog zwischen Raserei und Selbstbeobachtung, zwischen organischem Atem und elektrischer Verstärkung. Solide, live gespielte Riffs bilden das Rückgrat eines Szenarios voller Wendungen, getragen vom kompromisslosen Willen zur Überraschung. Das Klangpotenzial kennt hier keine Grenzen.
Weit entfernt von jeder engelhaften Flötenfantasie treibt Joussein ihr Instrument an die äußersten Ränder. In einer Reportage über ein Live-Set der französischen Künstlerin im Jahr 2023 wurde die entstehende Energie wie eine in die Luft geworfene Münze beschrieben – schillernd zwischen zwei Polen. Rohe Klangladungen werden mit Effekten, Loops und Delays zu dichten Schichtungen geformt, bearbeitet wie eine formbare Klangmasse.
Stimmstöße, Atemgeräusche und ein Arsenal erweiterter Spieltechniken treffen auf abrupt gesetzte, fast elegische Pausen. Für Momente blitzt die pastorale Vergangenheit des Instruments auf – nur um im nächsten Augenblick wieder von elektrischer Wucht überrollt zu werden. Ein Solo, das gleichermaßen fordert und fesselt.