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Summerwinds Festival: Gudula Rosa, Gereon Voß, Erhard Hirt & Andreas Rosenthal: „Es ist Zeit, dass der Unrast ein Herz schlägt

Konzert
Klassische Musik

Gudula Rosa Blockflöten Gereon Voß Perkussion Erhard Hirt Gitarre & Live-ElektronikAndreas Rosenthal ZeichnungenMusik sehen und Zeichnung hören: die Linien, Verdichtungen und Leerstellen in Andreas...
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Gudula Rosa Blockflöten
Gereon Voß Perkussion
Erhard Hirt Gitarre & Live-Elektronik
Andreas Rosenthal Zeichnungen

Musik sehen und Zeichnung hören: die Linien, Verdichtungen und Leerstellen in Andreas Rosenthals Zeichnungen werden für drei renommierte Grenzgänger:innen mit Expertise für Improvisation und zeitgenössische Musik zu inspirierenden Resonanzräumen. In ausgewählten Musikstücken und Improvisationen spiegeln Gudula Rosa, Gereon Voss und Erhard Hirt unter dem Motto „Es ist Zeit, dass der Unrast ein Herz schlägt“ die Zeichnungen Rosenthals und führen sie weiter, so dass „Fragmente zu Gesten, Strukturen zu Momenten des Hörens werden und Stille zu Ausdruck. Die Zeichnung wird Partitur, der Klang wird Bewegung, und die Unrast findet – für einen Augenblick – ihren Rhythmus.“ (Rosa)

Mit „Geflext“ antwortet Erhard Hirt auf Rosenthals Arbeiten, die mit „schwerem Zeichengerät“ wie Flex, Kettensäge, Elektrohobel auf großen massiven Holzplatten gemacht sind. Dabei wird die Dobro, eine Gitarre mit Holzkorpus und metallenen Resonatoren, die den Klang verstärken, gerieben, gedrückt, geschabt, gezupft, so dass eine vibrierende, obertonreiche Musik entsteht.

Filigran und wie endlos atmend dagegen „Austro“ des Italieners Giorgio Tedde. Was für ihn Annäherung an die „magischen und mythischen Qualitäten“ (Tedde) der australischen Landschaft ist, wird mit Gudula Rosa zur Übersetzung von Rosenthals Papierarbeiten „Hände wie Wolken“ in Klang. Permanente Zirkularatmung, verschiedenste Anblastechniken, mikrotonale Schattierungen und virtuoses Fingerspiel evozieren Wolken und Weite, Farben, Reibung und Rauch.

Vom Hören auf den Nachhall der Klangereignisse im Raum und in der Stille zwischen ihnen lebt John Cages „One4“. Gereon Voß hat vom Komponisten nur Zeitfenster vorgegeben, innerhalb derer er spontan entscheiden muss, wann er welchen Klang auf welchem Schlaginstrument erzeugt. Erde klingt auf Erde in Frederick Rzewskis „To the Earth“. Auf vier Blumentöpfen verstärkt der Perkussionist den Hymnus auf die Erde, den er spricht, und auf das Glück all jener, die sie in ihren alltäglichen Handlungen ehren: „Gelobt seist Du, Mutter des Lebens, Geliebte des sternenreichen Himmels. Sei großzügig und spende mir ein glückliches Leben als Lohn für mein Lied, auf dass ich Dich immerfort preisen kann mit meiner Musik.“

„Es ist Zeit, dass der Unrast ein Herz schlägt.“
Erhard Hirt (*1951): Geflext, für Dobro
Giorgio Tedde (*1958): Austro (1991), für Altblockflöte
John Cage (1912–1992): One4, für Perkussion
Frederic Rzewski (1938–2021): To the Earth, für Perkussion
Gudula Rosa und Erhard Hirt: Improvisation: #vis à vis
Gudula Rosa, Erhard Hirt, Gereon Voss: Improvisation: #Zeichnung

Zeichnen: Bleistift, Tusche, Grafit – Kettensäge, Hobel, Flex

Andreas Rosenthals Projekt „Hände wie Wolken“ ist ein mehrjähriges work in progress. Es besteht aus zahlreichen großformatigen Papieren, die beidseitig mit Bleistift, Grafit und Tusche gezeichnet sind. Auf der einen Seite sind Wolkengebilde zu erahnen, entstanden im Blick nach oben in den Himmel. Auf der anderen Seite sind zeichnerische Strukturen zu finden, die an Kartographien erinnern und den Blick nach unten voraussetzen. Die beidseitig gezeichneten Blätter werden in einem weiteren Arbeitsschritt gewachst. Dadurch werden sie transparent. Beide Seiten der Zeichnung durchscheinen einander. Vogel- und Froschperspektive fallen in eins. Himmel und Erde sind ohne trennenden Horizont miteinander verwoben.

Der Titel des Konzertprogramms „Es ist Zeit, dass der Unrast ein Herz schlägt“ zitiert eine Zeile aus einer Kettensägenzeichnung Rosenthals, der darin Paul Celans Gedicht „Corona“ aufgreift.

Zeichnen bedeutet für Andreas Rosenthal auch, mit „schwerem Gerät“ wie Kettensäge, Flex und Elektrohobel 225 x 500 cm wandfüllenden Holztafeln zu Leibe zu rücken. Der Künstler schreibt seine Linien damit ins Holz ein, kerbt Schicht für Schicht ein, bis daraus ein dichtes und gleichzeitig flüchtiges Gewebe entsteht, das auch Gedankenfetzen, Zitate, Lied- und Gedichtauszüge, die ihn begleiten, einspinnt.

Organisator
GWK e.V.
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