Igor Strawinsky Ausspruch, Vivaldi habe vierhundert Mal dasselbe Konzert geschrieben, hört man deutlich den gelangweilten Unterton an. Bis heute verlangt der Zeitgeist nach höchstmöglicher...
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Igor Strawinsky Ausspruch, Vivaldi habe vierhundert Mal dasselbe Konzert geschrieben, hört man deutlich den gelangweilten Unterton an. Bis heute verlangt der Zeitgeist nach höchstmöglicher Individualität und Originalität. Mit den Schemata und Schablonen des Barock hatte Strawinsky folglich so seine Probleme, taugte allenfalls noch zum Klangsteinbruch. Doch gewinnt bei vorurteilsfreierer Betrachtung jedes Konzert an Reiz und birgt subtile Überraschungen, die erst live richtig zur Wirkung kommen.
Star des Abends ist die Oboe, sonst für melancholische Passagen im Orchester zuständig. Ramón Ortega Quero bringt sein Intrument zum Strahlen, mal gesanglich, mal virtuos funkelnd.
Ein besonders spannendes Werk an diesem Abend: Charles Avisons (1709-1770) Concerto grosso Nr. 3 in d-Moll „nach Scarlatti“. Der Engländer nahm die italienische Vorlage Scarlattis, transformierte sie auf eigenwillige, fast schelmische Weise und schuf ein Werk voller rhythmischer Raffinesse und lebendiger Überraschungen. Ein echter Geheimtipp.
Quelle: www.swr.de; www.hyperion-records.co.uk