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Christian Tetzlaff & Matthias Kirschnereit

Festival
Klassische Musik

Den Geiger Christian Tetzlaff muss man bei den Gezeitenkonzerten nicht mehr vorstellen – denn er gehört seit der ersten Ausgabe 2012 zur Künstlerfamilie des Festivals und hat dem ostfriesischen...
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Den Geiger Christian Tetzlaff muss man bei den Gezeitenkonzerten nicht mehr vorstellen – denn er gehört seit der ersten Ausgabe 2012 zur Künstlerfamilie des Festivals und hat dem ostfriesischen Publikum bereits zahlreiche kammermusikalische Sternstunden bereitet – zuletzt 2022 bei seinem ergreifenden, seinem Freund Lars Vogt gewidmeten Solo-Konzert in der Johannes a Lasco-Bibliothek. Sein nunmehr siebtes Gezeitenkonzert bestreitet Christian Tetzlaff gemeinsam mit Matthias Kirschnereit. Die beiden Musiker widmen sich in Weener einigen Meisterwerken des 19. und frühen 20. Jahrhunderts.

Ein echter Hit ist das lebhafte Scherzo, das Johannes Brahms für die sogenannte „F.A.E.“-Sonate schrieb, ein Gemeinschaftswerk mit Robert Schumann und Albert Dietrich für den berühmten Geiger Joseph Joachim. Aus dessen Lebensmotto „frei, aber einsam“ wurde darin ein musikalisches Motto: Die drei Töne F, A, E bilden die Grundlage. Brahms unterschrieb die Partitur mit „Johannes Kreisler junior“, in Anlehnung an E.T.A. Hoffmanns romantisch getriebene Romanfigur des Kapellmeisters Kreisler. Dem Werk des 20-jährigen Brahms steht mit der Violinsonate op. 108 ein reifes, im Charakter eher ungestümes und düsteres Spätwerk gegenüber. Eduard Hanslick zählte die Sonate „zu dem Vollkommensten, was dieser Meister im Fache der Kammermusik geschaffen“.

Zu Leoš Janáceks Violinsonate gibt es eine kuriose Geschichte aus der Kategorie „so ändern sich die Zeiten“: Das leidenschaftlich-impulsive Werk entstand aus Freude über den russischen Einmarsch in die Heimat des Komponisten 1914, denn damals erhoffte sich Mähren die Unabhängigkeit von Österreich. Antonín Dvoráks bezaubernde Sonatine wiederum hat Matthias Kirschnereit, wie auch das F.A.E.-Scherzo, 2022 mit Daniel Hope gespielt. Sie ist eines von Dvoráks Werken aus der Neuen Welt, und viel deutlicher als bei seiner gleichnamigen Symphonie hört man hier den Unterschied zu seinem „böhmischen“ Stil. Es ist ein sehr beliebtes Werk, was wohl an ihrem hellen, freundlichen und sorglosen Tonfall und der eingängigen Melodik liegt.

Johannes Brahms (1833-1897)
Scherzo aus der F.A.E.-Sonate

Leoš Janácek (1854-1928)
Sonate für Violine und Klavier

Antonín Dvorák (1841-1904)
Sonatine G-Dur op. 100

Johannes Brahms
Sonate d-Moll für Violine und Klavier op. 108

Christian Tetzlaff (Violine)
Matthias Kirschnereit (Klavier)

Organisator
Ostfriesische Landschaft
Tickets bereits ab 12,00€ bei Reservix
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